Die B-Uhr aus Pforzheim, Glashütte und der Schweiz

Fliegeruhren by Aristo


B-Uhr steht für Beobachtungsuhr. Die Uhren wurden von der deutschen 
Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt.
Mit Beschluss des Wehrwirtschaftsamtes wurden 1940 die verschiedensten
Hersteller zur Produktion verpflichtet.
Die Anforderungen vom Reichs-Luftfahrt-Ministerium (RLM) waren hoch.
Die B-Uhr wurde mit "FL 23883" klassifiziert, eine Nummer, die für Navigationsgeräte stand und auf der gegenüberliegenden Seite der Uhrkrone eingestempelt war. Jede einzelne Uhr musste vor der Auslieferung von einem amtlichen Prüfinstitut überprüft und mit einem Gangzeugnis versehen werden.
Alle B-Uhren besitzen eine Unruhstoppvorrichtung, d.h. die Unruh wird bei
gezogener Krone angehalten, damit man die Uhr zeitzeichengenau einstellen kann. Nach dem Drücken läuft die Uhr weiter. Die Uhren wurden über der Montur getragen und hatten einheitlich einen Durchmesser von 55 mm.  Zum Tragen der Uhr diente ein doppelt genietetes Befestigungsband. 
Äußerlich unterschieden sich die einzelnen Fabrikate kaum.
Es gibt die Beobachtungsuhren in den 5 nachfolgenden Bauarten:

- A.Lange & Söhne, Cal. 48/1
- International Watch Co. (IWC), Cal. 52
- Wempe, Cal. Thommen 31
- STOWA (Walter Storz), Cal. Unitas 2812
- LACO (Lacher & Co.), Cal. Durowe D5

Es gibt 2 gebräuchliche Zifferblattvarianten:
A von 1940 bis Januar 1941
B ab Januar 1941
Das Baumuster A hat die klassische Einteilung mit Angabe der Stunden 1 - 11 und ein Dreieck mit 2 Punkten anstelle der 12. 
Das Baumuster B hat eine große Minuteneinteilung 5 - 55 und eine kleine Stundeneinteilung 1 - 12. Anstelle der "60" ist ein Dreieck mit Strich.
Als Gemeinsamkeit hatten alle Uhren Leuchtziffern und Leuchtzeiger mit aktiver Leuchtmasse (Radium) auf mattschwarzem Grund.
Sehr markant war die griffige Uhrkrone, auf Grund der Form auch als Zwiebelkrone bezeichnet.
Die Uhrwerke waren sehr präzise gearbeitet in 16 - 22 Steine gelagert, für eine Armbanduhr sehr groß dimensioniert und mit Feinregulierung ausgestattet. Die Werke waren zum großen Teil mit Stoßsicherung ausgestattet.
Die Beobachtungsuhren sind heute begehrte Sammlerobjekte und erzielen Preise von 2000,-- bis 10000,-- DM je nach Modell, Zustand und Erhaltungsgrad.



Copyright by H. Vollmer, Mai 2000, Abdruck auszugsweise mit Quellenangabe gestattet.

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